Aktuelle Information Coronavirus: Die Sonderausstellung zu Carl Binder sowie die ständige Ausstellung des Schweizer Holzbildhauerei Museums öffnet am Donnerstag, 21. Mai 2020 ihre Tore (Auffahrt). Die aktuellen Öffnungszeiten entnehmen Sie der Seite Öffnungszeiten & Preise. Sofern der Bundesrat keine weiteren Massnahmen beschliesst, gelten ab 1. Juni 2020 die normalen Öffnungszeiten. Das Schweizer Holzbildhauerei Museum setzt die Schutzmassnahmen des Bundesamtes für Gesundheit um und hält sich an die Empfehlungen des Verbandes der Museen der Schweiz VMS.

Carl Binder (1881–1964) gehörte zur Familie Binder, die Eigentümer der grössten Holzbildhauerei-Firma in Brienz waren. Gegründet 1835 wird sie noch heute in der fünften Generation als Firma Ed. Jobin AG. geführt.

Zum grössten Teil stammen die ausgestellten Werke aus dem Nachlass der Tochter des Künstlers, Maria Binder (1920 – 2008). Sie führte in Zürich einen weitherum bekannten Blumenladen, in dem sie viele dieser Stücke präsentierte.

Aus ihrem Nachlass konnte die Holzbildhauerei Stiftung über 70 Werke ankaufen. Zusammen mit Werken Binders aus der Sammlung der Firma Ed. Jobin AG will die Ausstellung das Schaffen des Brienzer Künstlers würdigen.

Carl Binder
Brienz – Paris – Brienz

Carl Binder studierte an der Kunstgewerbeschule in Winterthur, der Ecole des Beaux Arts in Genf und ab 1902 an der Académie Julian in Paris. Dort lernte er die grossen französischen Meister der damaligen Zeit Rodin, Bartholomé und Débois kennen, mit welchen ihn bald ein schönes Freundschaftsverhältnis verband. Es war Rodin, der sich des damals kaum Dreiundzwanzigjährigen annahm und ihn veranlasste, im «Salon National des Beaux Arts» sein Werk «Yvress» auszustellen, das bei der kunstverständigen Pariserwelt grosse Anerkennung fand. Darauf wurde ihm der Titel «Associé» verliehen und später wurde er «Sociétaire». Er erlangte grosse Anerkennung und internationale Erfolge. Einzelne Verkäufe seiner Werke ins Ausland und weitere Ausstellungen auch in der Schweiz sind belegt. Schriftliche Quellen oder gar ein Werkverzeichnis Carl Binders sind jedoch kaum bzw. nur lückenhaft vorhanden.

Die Ausstellung im Holzbildhauerei Museum Brienz zeigt zahlreiche kleinere, aber auch lebensgrosse Figuren in Gips und Holz, die einen spannenden Einblick in Binders Werk geben. Im Stil des Art Déco und inspiriert von namhaften Künstlern der Zeit schuf er elegante Tänzerinnen, verschmitzte Faun- und Panfiguren, Porträts sowie Statuetten der edlen Gesellschaft, aber auch Akte, Sakralfiguren und Friedhofsmale in Holz, Gips und Bronze. Die meisten Skulpturen sind nicht datiert und zeigen kaum eine künstlerische Entwicklung: Carl Binder hat früh zu seinem Stil gefunden und blieb ihm ein Leben lang treu.