Im Schweizer Holzbildhauerei Museum Brienz standen dieses Jahr die Holzbildhauerinnen im Zentrum. Die Sonderausstellung und die neu gestaltete Dauerausstellung haben während der Saison 2019 über 7‘000 Besucherinnen und Besucher angelockt.

Einer interessanten Ansprache, stimmiger Musik vom Duo Campanula und kulinarischen Köstlichkeiten startete das Schweizer Holzbildhauerei Museum im Mai mit einer Vernissage in die Saison 2019. Die Dauerausstellung wurde neu im grossen Raum des Museums eingerichtet. Der zweite, kleinere Raum dient fortan als «Kabinett», in welchem kleine, aber feine Sonderausstellungen gezeigt werden sollen. Die Dauerausstellung erhält jetzt das Gewicht, das die reiche Geschichte der Holzbildhauerei verdient. Zudem gibt diese Aufteilung den Museumsverantwortlichen der Stiftung zur Sammlung und Ausstellung von Holzschnitzereien, Brienz, mehr Spielraum für Führungen mit grossen Gruppen. Die diesjährige Sonderausstellung wurde den Frauen in der Holzbildhauerei gewidmet. Die vielfältigen Werke von elf Künstlerinnen aus der Schweiz und Süddeutschland fanden bei den Besuchern grossen Anklang.

Neukonzeption und «Living History Guides»

Gemeinsam mit Hof3, einem Büro für Szenografie und Ausstellungsgestaltung mit Sitz in Trubschachen, wurde die Neukonzeption der Dauerausstellung angedacht. In einem ersten Schritt und zunächst als Probelauf wurde der so genannte «Living History Guide» eingeführt: Der Gast erhält an der Kasse ein Tablet und bewegt sich damit durch die Ausstellung. Über QR-Codes kann er Informationen und Geschichten zu einzelnen Ausstellungsobjekten abrufen. Mit dem «Living History Guide» erhalten Besucherinnen und Besucher Zugang zu historischem Bildmaterial, zu Filmausschnitten und zu Informationen zu vergangenen Sonderausstellungen. Dieses Angebot möchte das Schweizer Holzbildhauerei Museum in Zukunft Schritt für Schritt weiter ausbauen.

Zufriedenstellende Besucherzahlen

Was die Besucherzahlen des Museums betrifft, zeigen sich die Verantwortlichen zufrieden. Rund 7’100 Personen waren im Museum, neben individuell Reisenden besuchten viele Gruppen aus dem In- und Ausland das Museum. Bei Gruppenreisenden sind besonders thematische Führungen und das «Kuhschnitzen» beliebt.

2020 wird Carl Binder gewidmet

Hinter den Kulissen läuft bereits die Planung der Museumssaison 2020: Ausgewählte Werke aus der Sammlung werden die Dauerausstellung erweitern; die Sonderausstellung widmet das Museum dem Brienzer Holzbildhauer Carl Binder, (1881-1964). Er hat die Kunstgewerbeschule Winterthur und die Ecole des Beaux Arts in Genf besucht, an der Kunstakademie Julian in Paris studiert und war mit dem bekannten Bildhauer Auguste Rodin befreundet. Die Vernissage zur Ausstellung findet am 2. Mai 2020 statt.