Lebenslauf

Albert Mäder in seiner «Buuddigg».
Albert Mäder in seiner «Buuddigg».

Albert Mäder wurde am 02.01.1901 in Schwanden geboren und ist am 26.11.1989 auch dort gestorben. Sein Vater Johann Paul und sein Grossvater Jakob waren Holzschnitzer und Bauern in Oberschwanden.
Nach den obligaten Schuljahren besuchte Albert die Schnitzlerschule in Brienz. Sein Fach war die Ornamentschnitzerei. Die Buudiigg im Haus seiner Eltern in Oberschwanden mit Blick in die Berge und über den Brienzersee war sein ganzes Leben lang sein Arbeitsplatz. In den schwierigen dreissiger Jahren waren die Verdienstmöglichkeiten der Schnitzer sehr gering, so musste auch Albert in der Landwirtschaft seiner Familie mitarbeiten. Später schnitzte er im Auftrag verschiedener Geschäfte, Vereine und auch für Private: Fruchtschalen mit Trauben, Rosen, Tulpen etc., Wappen als Relief oder auf Truhen, Wandreliefs mit verschiedenen Blumen. Rosen waren seine Spezialität, im Garten vor seinem Fenster konnte er Naturstudien machen.

Auf dem Friedhof Brienz hat er einige Grabkreuze geschnitzt. Im Gasthof Rebstock, Rorschacherberg gestaltete er mit H.P. Stähli zusammen eine Wand. Im Hotel Restaurant Rössli in Staad findet man seine Arbeit. Im Jahr 1965/66 erhielt er den Auftrag, bei der Restauration der Kathedrale St. Gallen mitzuarbeiten. Er schnitzte das Chorgestühle. Einen ganz grossen Auftrag erhielt er im Jahre 1970. Die Friedenskirche in Bern wurde restauriert und er wurde beauftragt, die Orgelverzierung zu schnitzen.

Zitat aus dem Einweihungsbericht:

«Die zierlichen Holzschnitzereiornamente des Holzschnitzers Albert Mäder aus Schwanden, einer der noch seltenen Handwerker, der in der Lage ist, derart anspruchsvolle Arbeiten ausführen zu können».

Aufgrund dieser Referenzen bei Restauratoren hätte er noch mehr Grossaufträge erhalten können, jedoch meldete sich das Alter mit seinen gesundheitlichen Folgen. Er hat es immer sehr bedauert, dass diese Anerkennung so spät kam.
Helen Furrer, Nichte von Albert Mäder, März 2009